BEZAHLBARER UND LEBENSWERTER WOHNRAUM

BEZAHLBARER UND LEBENSWERTER WOHNRAUM

Wohnst Du schon oder suchst Du noch? Wohntraum. Und am Ende geht´s doch immer wieder nur ums Geld. Dabei ist doch Wohnen ein Grundbedürfnis und Menschenrecht!

Was unsere Stadt ausmacht, ist ihre Mischung aus sehr unterschiedlichen Menschen: arm und reich, jung und alt, kreativ und konservativ, alteingesessen und neu zugezogen … Diese Mischung macht Konstanz erst lebendig, sympathisch und lebenswert. Und das gilt es zu erhalten! Unser Wunsch ist es, dass jeder Mensch unabhängig vom Verdienst, die Chance hat Teil dieser Stadt werden zu können.

Der Stadt kommt dabei eine bedeutende Rolle zu. Sie kann an vielen Stellen Einfluss auf den Wohnungsmarkt nehmen und sollte das aus unserer Sicht viel stärker tun. 

Neue Wohngebiete

Der Boden in Konstanz ist knapp und teuer. Wie können wir unter diesen Umständen bezahlbaren neuen Wohnraum schaffen? Die Antwort ist – wir müssen umdenken! Das Einfamilienhaus in der Stadt ist eine aussterbende Art. Verdichtete Bautypen sind die Zukunft. Die Häuser werden etwas höher und kompakter. Innovative, flächensparende Wohnkonzepte können dafür sorgen, dass die Lebensqualität hoch bleibt.  

–      Wir müssen Wohnungen entwickeln, die weniger Grundfläche haben und durch gute Aufteilung, Einbauten und gemeinsam genutzte Räume Fläche sparen.

–      Wir wollen gemeinschaftliche Wohnkonzepte fördern, z. B. Clusterwohnen (moderne WG), bei welchem sich mehrere Personen eine Wohnung teilen. Es gibt private Bereiche und Gemeinschaftsräume. So wird nicht nur Platz gespart, es entsteht auch ein soziales Miteinander.

–    Wo Wohnräume entstehen, müssen auch Freiräume geplant werden.

–      Serielles Bauen spart Kosten. Auf keinen Fall wollen wir monotone Plattenbauten erschaffen. Aber eine clevere Nutzung serieller Bauelemente von hoher Qualität lässt genug Raum für Kreativität und senkt Bauzeiten und Kosten.

–      Momentan bauen wir immer noch Häuser um unsere Autos herum. Das ist teuer und nicht nachhaltig. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die Stadt Sonderregelungen erstellen kann, um den Stellplatznachweis anzupassen. Die Voraussetzung dafür: Die Bauherren verzichten bewusst auf Autos und eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist gewährleistet.

–      Der Kostenfaktor muss langfristig betrachtet werden. Deshalb wollen wir, dass die Mehrzahl der Neubauten klimaneutral gebaut wird. Auch in Zukunft soll die Stadt allen Bauherren eine kostenfreie Energie- und Nachhaltigkeitsberatung vor dem Einreichen des Baugesuches anbieten.

Solange der Wohnungsnotstand in Konstanz anhält, setzen wir uns für eine Erhöhung der Quote für Sozialwohnungen in den geplanten Neubaugebieten ein.

Bestehende Wohn- und Industriegebiete

Das Raumpotenzial ist noch nicht ausgeschöpft. Wir müssen bestehende Strukturen optimieren.
In urbanen oder Mischgebieten möchten wir deshalb die Unterstützung der Stadt für Nachverdichtungskonzepte, z. B. zum Wohnen oder Arbeiten auf bestehenden Dächern.

Miete oder Besitz? Beides!

Die Kluft zwischen Gewinnern (Besitzern) und Verlierern (Neu-Mietern) wird immer größer. Diese müssen wir abmildern. Immobilienbesitz soll auch für Durchschnittsverdiener in Konstanz wieder Teil der Altersvorsorge werden können. Mischformen von Mieten und Besitzen wären eine gute Lösung. Zukunftsweisend in dieser Richtung ist gemeinschaftliches, selbst genutztes Wohneigentum, wie etwa von Genossenschaften oder Baugruppen.

Eine starke Wohnungsbaugesellschaft der Stadt muss ausreichend Wohnraum für ärmere Mieter zur Verfügung stellen können. Dafür muss die Stadt die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen. Sie soll auch weiterhin stärkster Akteur im sozialen Wohnungsbau sein.

Grund und Boden

Wir glauben daran, dass Boden der Allgemeinheit gehören sollte. Mit wenigen begründeten Ausnahmen soll die Stadt das bestehende städtische Eigentum behalten und noch weitere Flächen erwerben. Dazu darf sie auch Schulden machen, erst recht in Zeiten des Niedrigzinses. Einzelpersonen oder Gruppen sollten Nutzungsrechte erwerben können. Folgende Herangehensweise halten wir für richtig:

–      Eine städtische Stiftung, deren Ziel ist, die Versorgung der Konstanzer mit Wohnraum zu gewährleisten und städtische Flächen zu verwalten.

–      Die Stadt vergibt Grundstücke im Rahmen einer Konzeptvergabe, damit gemeinwohlorientierte Projekte den Vorrang erhalten.

–      Die Kommune muss mehr Mietwohnungen selber bauen und verwalten. Nur durch kommunales Wohneigentum ist es möglich, dem privaten Markt ein Gegengewicht entgegenzusetzen.

–      Private Akteure, die sich dem sozialen Miteinander in der Stadt gegenüber, nicht allein der Rendite, verpflichtet fühlen und langfristige, gemeinwohlorientierte Ziele verfolgen, müssen gefördert werden.

–     Unternehmen sollen beim Bau von Betriebswohnungen unterstützt werden.

Erbpacht

Ursprünglicher Zweck der Erbpacht war es, finanziell Schwächeren die Möglichkeit zum Bauen zu geben und die Bodenspekulation zu bekämpfen. Wir müssen zu diesem Konzept zurückkehren!

Wir möchten, dass Konstanz wieder attraktive Erbpachtverträge mit einem niedrigen Zins vergibt, um mehr Menschen die Möglichkeit zum Bauen zu geben. Die Stadt braucht auf diesem Feld nur kostendeckend und nicht gewinnorientiert zu arbeiten.

Mietspiegel

Der Mietspiegel in seiner jetzigen Form schützt Mieter nicht. Im Gegenteil treibt er die Mietpreise hoch und heizt den Wohnungsmarkt zusätzlich an. Bis zur Reform der Grundlagen sollte er eingefroren werden. Nur so können wir Mieter vor weiteren abrupten Steigerungen der ortsüblichen Vergleichsmiete schützen.

Stadtverwaltung

Mehr Personalstellen in der Bauverwaltung sind dringend erforderlich, um die vielen anstehenden Bauvorhaben schneller abwickeln zu können. Dafür machen wir uns stark. Auch die Schaffung von privatwirtschaftlichen Planungsbüros in kommunaler Trägerschaft halten wir für denkbar.

Wir sind davon überzeugt, dass wir durch gezieltes Drehen an vielen kleinen Schrauben den Wohnungsmarkt mittelfristig entspannen können.

Der Stadt kommt dabei eine bedeutende Rolle zu, denn sie kann und soll an vielen Stellen Einfluss auf den Wohnungsmarkt nehmen. Ein gutes Beispiel dafür ist das von uns mit veranlasste Zweckentfremdungsverbot – ein wirksames Instrument, das weitergeführt werden soll. Mehr als 70 Wohnungen konnten dadurch bereits dem Konstanzer Wohnungsmarkt zugeführt werden.

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