Kita-Gebühren-Änderung: Nicht genug Entlastung für Familien mit mehreren Kindern

Ende Januar wurde im Jugendhilfeausschuss des Gemeinderates über die Kita-Gebühren diskutiert. Die Mehrheit hat für das Einkommens-abhängige 4-Stufen-Modell gestimmt. In diesem Modell wird das Einkommen der Familie einer der vier Stufen zugeordnet. Je höher das Einkommen, desto höher die Stufe und somit die Gebühr. Das JFK setzt sich seit Jahren für ein einkommenabhängiges Gebührensystem ein. Deshalb begrüßen wir, dass die Entscheidung in die richtige Richtung geht. Jedoch empfinden wir das gewählte 4-Stufen-Model als ungerecht und befürworten weiterhin das Lineare Modell. Die finale Entscheidung wird voraussichtlich am 09.02.2023 im Haupt- und Finanzausschuss getroffen. 

Das 4-Stufen-Modell soll Menschen, die wenig verdienen entlasten. Jedoch gibt es bei diesem System deutliche Nachteile. Was das Stufen-Modell im Vergleich zu dem Linearen System wirklich ungerecht macht, sind die festgesetzten Stufen. So könnte ein Normalverdiener durch eine minimale Gehaltserhöhung von z.B. 30 Euro im Monat automatisch in eine höhere Stufe rutschen, eine höhere Kita-Gebühr zahlen müssen und am Ende weniger Geld übrig haben, als zuvor.

 Unser Antrag das “Württembergische Modell” einzuführen wurde leider abgelehnt. Dieses Modell strebt eine Entlastung der Familien mit mehreren Kindern an. Die Gesamtzahl der Kinder belastet die Familien und nur eine Reduktion bei den Kindern, die gleichzeitig in der Kita sind, greift zu kurz, so der Grundgedanke. Deshalb werden bei dem “Württembergischen Modell” alle Kinder einer Familie unter 18 Jahren berücksichtigt, die in einem gemeinsamen Haushalt leben. Durch die Sozialstaffelung werden so kinderreiche Familien entlastet und die Gebührensätze familienfreundlicher gestaltet. 

“Ich habe bereits vor mehr als 20 Jahren und mehrfach  beantragt, dass die Stadt bei den Kita-Gebühren auf das “Württembergische Modell” umsteigt. Dieses wird von den großen sozialen Verbänden favorisiert.”, so die JFK-Stadträtin Gabriele Weiner. Grund für die ständige Ablehnung – das “Württembergische Modell” wäre für Konstanz zu teuer. Doch “wie machen es die anderen Kommunen, die zum großen Teil auf das “Württembergische Modell” umgestiegen sind?”, fragt der JFK-Stadtrat Matthias Schäfer. Einige davon sind sogar weniger gut betucht, als unsere schöne Stadt am See. Und hat Konstanz wirklich so viele Familien mit drei und mehr Kindern, dass die Stadt durch die sehr übersichtliche Kita-Gebühren-Subventionierung pleite gehen würde? 

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