Wer nichts ändern will, ist vom Aussterben bedroht

Wir, die JFK-Mitglieder und -GemeinderätInnen sind zutiefst traurig. Mit knapper Mehrheit wurde im Gemeinderat beschloßen: Konstanz kriegt kein Klimadezernat und keinen Klimabürgermeister. Einen “Klimaschutzprediger” in so einer Position bräuchten wir nicht, so die SPD. Na klar, er könnte ja wirklich was bewirken!

Somit ist für uns offensichtlich, der ausgerufene Klimanotstand ist nur eine leere Geste gewesen und es ist kein Zufall, dass in den letzten drei Jahren so gut wie nichts in diesem Sinne passiert ist. Den Ernst der Sache hat die Hälfte des Gemeinderates nicht begriffen. Soll doch jemand anders unsere Zukunft sichern! Wir bleiben lieber auf unserer konservativen Rosa-Wolke sitzen, Hauptsache wir müssen heute nichts verändern und auf nichts verzichten.

Wir hatten uns im Vorfeld mit den “für” und “gegen” ein Klimadezernat gründlich auseinandergesetzt und es ist uns klar, eine ideale Lösung ist es nicht. Ein neues Dezernat bedeutet zusätzliche Kosten und mehr Bürokratie, die Personalfrage wäre schwierig, die Größe zu klein für die Aufgabe und ob das Dezernat eine echte Macht hätte, ist fraglich. Doch ideale Lösungen gibt es in der Realität so gut wie nie. Nur wer ein Schritt nach dem anderen macht kommt auch tatsächlich ans Ziel. Ein Klimadezernat hätte dem Thema ein ganz anderes Gewicht und eine andere Sichtbarkeit gegeben. Ein Klimabürgermeister hätte auf Augenhöhe mit den anderen Bürgermeistern und auf Landesebene mitreden können und hätte für mehr Durchsetzungsfähigkeit für die Klimathemen gesorgt, als es jetzt der Fall ist. Das nötige Fachwissen wäre an einer Stelle gebündelt worden und hätte zu einer Beschleunigung der Klimaentscheidungen führen können. Letztendlich wäre es ein wichtiges Symbol dafür gewesen, dass Konstanz bereit ist die Ärmel hochzukrempeln und endlich ins Handeln zu kommen. Oder sind wir das doch nicht?

Es geht um unsere Zukunft, um unser aller Klima. Es betrifft Männer genauso wie Frauen, die Reichen und die Gutbetuchten genauso wie die Armen, es betrifft uns alle und nur gemeinsam können wir etwas bewegen und unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder sichern. Dazu müssen wir alte Strukturen aufbrechen und neue Wege begehen. Dabei bleibt uns wirklich wenig Zeit! Doch zu viele stellen noch Parteidisziplin, Standesdünkel oder einzelne Befindlichkeiten über unser aller Zukunft. Und wo kein Wille ist, ist auch kein Weg.

Mit Bedauern,
Verena Faustein
Gabriele Weiner
Dr. Christine Finke
Dr. Matthias Schäfer
JFK-Vorstand und Mitglieder

 

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