RICHTIG ODER FALSCH?

Am 12.09. hat der Gemeinderat über die Anpassung der finanziellen Leistungen in der Vollzeitpflege positiv entschieden. Dabei haben sich 2 unserer Stadträte enthalten und 2 dagegen gestimmt. Warum?

Arbeit von Pflegeeltern ist wertvoll, wichtig und alles andere als einfach. Sie muss honoriert und darf nicht durch Geldprobleme erschwert werden. Daher ist der Wunsch nach stärkeren finanziellen Unterstützung verständlich.
Doch wir halten zu hohe Pflegesätze bei sogenannten schwierigen Kindern aus folgenden Gründen für heikel:
1. Ein System, in dem Kinder mit möglichst vielen Schwierigkeitsmerkmalen einer Pflegefamilie mehr Geld einbringen verleitet dazu sie als Einkommensquelle zu betrachten und mit mehr Diagnosen zu versehen als nötig. Dies schadet den Kindern eher, als dass es ihnen nützt. Nebenbei besteht die Gefahr, dass die Rückkehr des Kindes in die Herkunftsfamilie für die Pflegefamilie weniger erstrebenswert wird, wenn sie mit viel Geld vergütet wird.
2. Jedes Budget ist begrenzt. Auch in der Jugendhilfe können wir unser Geld nur einmal ausgeben. Es gibt viele Paare und Alleinerziehende mit schwierigen Kindern. Sie alle brauchen niederschwellige Hilfen, damit die Kinder in der Herkunftsfamilie bleiben können. Wir tun noch lange nicht genug für sie.
3. Pflegeeltern in Konstanz müssen keine pädagogische Qualifikation vorweisen und haben keine Pflicht zur Weiterbildung. Sind wir bereit erhebliche Summen für eine Leistung zu zahlen, deren Qualität nicht neutral nachvollziehbar und evtl. nicht im Interesse des Kindes ist?
Bildquelle: Guillaume de Germain
Folgt und liked uns doch. Das würde uns freuen! 🙂

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